STILLE UND LEIDENSCHAFT

November 11, 2014

Michail Lifits in Wiesbaden

 

In der Abonnementreihe der Konzertdirektion Wolfgang, die im Kurhaus Wiesbaden jährlich zehn Auftritte bietet, sind Soloklavierabende nicht in der Mehrzahl. Mit Michail Lifits war jetzt aber ein junger Virtuose am Werk, dessen Interpretation klassisch-romantischer Werke interessante Perspektiven eröffnete. Lifits, 1982 in Usbekistan geboren, spielte zunächst zwei Klavierwerke Mozarts – Fantasie d-Moll KV 397 und Neun Variationen über ein Menuett von Duport KV 573 – in pausenlosem Übergang. Sogleich hatte das dennoch jeder Konzertbesucher registriert, denn es scheint kaum möglich, eine mollig-düstere Fantasie mit einem leichtfüßigen Menuett und dessen Variationen zu verwechseln. Zudem intonierte Lifits die Fantasie mit Leidenschaft, das Folgende indes perlend gläsern. Die pianistische „Pranke“ zeigte er bei Rachmaninows „Co- relli-Variationen“ op. 42 – ein leicht irreführender Titel, weil das Thema nicht von Corelli stammt, nur von ihm verwendet wurde. Schumanns große Fantasie C-Dur op. 17 rundete den Abend. Lifits interpretierte sie expressiv, gestattete sich aber auch faszinierende Inseln der Stille. 

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