FESTSPIELE BIETEN FESSELNDE KLAVIERKUNST

Der junge Pianist Michail Lifits sorgt in der Greifswalder Universitätsaula für einen ganz starken Abend.

 

"...Erstaulich ist schon, dass ein relativ junger Pianist überhaupt zu Schubert greift. Verständlicher wird das, wenn man - siehe oben – in höchstem Maße über jene gestalterischen Fähigkeiten verfügt, die einen wahren Schubert erst ermöglichen. Will heißen: Lifits bezwingt mit unspektakulärem, aber dynamisch außerordentlich fesselndem Spiel. Hinter der Schlichtheit seiner Diktion steht eine melodisch wie harmonisch verführerische, sehr variabel und kontrastreich behandelte Dichte stärkster, lyrisch gebändigter Gefühlshaftigkeit. Und in deren metrisch freiem, melancholisch charmant erzählenden Ablauf provoziert Lifits tatsächlich so etwas wie Atemlosigkeit; abgeklärt („weise“) und von größter innerer Ruhe. So geriet die Sonate zu einem Psychogramm, das hinsichtlich gedanklicher Tiefe, poetischer Schönheit und Ausdrucksstärke keine Wünsche offen ließ! Es wunderte nicht, dass Lifits auch bei Schostakowitsch die dynamische Verfeinerung, das Gestalten buchstäblich jeden Einzeltons zum künstlerischen Programm erhob. Für den Kenner teils ungewohnt, ergab das aber auch neue Sichten; von den vielen anderen, abwechslungsreich virtuos hingehauchten, genüsslich skurril bis grotesk servierten oder exzessiv entfesselt scheinenden Präludien ganz zu schweigen. Ein ganz starker Abend!"

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